Tesla geht an die Börse

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Dienstag, 29. Juni 2010 12:51:01, Florian von Hennet

Würden Sie einem Autobauer Geld geben, der mal gerade etwas mehr als 1000 Fahrzeuge verkauft hat, dabei 230 Millionen Dollar durchgebracht und seit seiner Gründung auch nicht ein einziges Quartal mit einem positiven Vorzeichen abgeschlossen hat? Wahrscheinlich nicht.

Wenn dieser Autobauer aber Tesla heißt und mit dem ersten serienmäßige Elektorsportwagen für weltweites Aufsehen und Begeisterung gesorgt hat, sieht die Sache ganz anders aus.

In wenigen Stunden wird Tesla Motors in New York an die Börse gehen. Es wird der erste Börsengang eines amerikanischen Autokonzerns seit Ford vor 54 Jahren sein. Ursprünglich wollte Tesla nur gut elf Millionen Aktien verkaufen und dafür 14 bis 16 Dollar pro Stück verlangen. Dank der regen Nachfrage konnte Tesla das Angebot auf 13,3 Millionen Aktien und den Preis auf 17 Dollar erhöhen.

Mit den frischen 226 Millionen Dollar will das Unternehmen seinen nächsten großen Coup finanzieren. In zwei Jahren will Tesla eine viertürige Limousine mit ausschließlich elektrischem Antrieb serienmäßig anbieten. Rund 50.000 Dollar soll der sportliche Wagen kosten, halb so viel wie der mit einigen tausend Laptopakkus vollgepackte Zweisitzer, den Tesla derzeit verkauft. Von seinem Model S will Tesla ab 2012 jährlich 20.000 Stück produzieren. Ein ambitioniertes Ziel. Tesla hat bis jetzt noch nicht einmal eine Fabrik, um die Autos zu bauen und erst einen einzigen funktionstüchtigen Prototypen.

Auch finanziell ist Tesla eher ein Desater. Als diese Rubrik vor elf Jahren begann, kam der Ausdruck „Cash burn Rate“ gerade in Mode. Internetunternehmen galten damals als besonders attraktiv, wenn es ihnen gelang möglichst viel Geld in möglichst kurzer Zeit durchzubringen. Tesla hat seit seiner Gründung nur Verluste gemacht und bereits mehr als 230 Millionen Dollar verbrannt.

Kein Wunder, sein Gründer, der gebürtige Südafrikaner Elon Musk, hat schließlich als Internetunternehmer angefangen und ist unter anderem durch den Verkauf des von ihm mitgegründeten Internetbezahldienstes PaxPal reich geworden. Als Musk anfing, eine Elektroauto zu entwicklen haben ihn viele belächelt. Jetzt wird seine Firma von Branchengrößen Toyota und Daimler umschwärmt. Wer sein Geld in Tesla investiert, riskiert viel. Aber Risiken können sich auch bezahlt machen.



Florian von Hennet ist der BörsenMan und börsentäglich auf SWR3 zu hören.

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