Einer für alle, alle für einen
Mittwoch, 30. Juni 2010 13:01:51, Florian von Hennet
Ein Konzern wie BP mit seinen Milliardengewinnen kann sich sogar eine Katastrophe wie die im Golf von Mexiko leisten. Zumindest dann, wenn das Öl aus all den anderen funktionierenden Quellen weiter so hohe Preise erzielt und es zu vertretbaren Kosten aus dem Boden geholt werden kann. BP und die gesamte Ölbranche müssen damit rechnen, dass künftig schärfere Sicherheitsauflagen für Tiefseebohrungen gelten werden.
Aber die Kosten für mehr Sicherheit sind halbwegs kalkulierbar. Die Kosten die entstehen, wenn dennoch etwas schief geht, hingegen nicht. Dieses Risiko könnte kleinere, technologisch innovative Ölfördergesellschaften aus dem Geschäft drängen, das befürchtet zumindest Christof Rühl, Chefökonom von BP, in einem Interview mit der Financial Times Deutschland. Er schlägt daher - sicher nicht ganz uneigennützig - eine Art Notfallfonds vor, an dem sich die gesamte Industrie beteiligen solle.
Rühl hat auch gleich noch ein Argument parat, warum Tiefseebohrungen in Zukunft nicht zu unattraktiv gemacht werden dürften. Dann würden nämlich unter anderem die umstrittenen Ölsande in Kanada vermehr abgebaut. Diese Form der Ölgewinnung gilt als extrem ineffizient und umweltbelastend. Insgesamt geht der BP-Manager jedoch davon aus, dass die Kosten für Tiefseebohrungen in den Griff zu bekommen sind. Er vertraut auf den technologischen Fortschritt.
Vertrauen haben offenbar auch wieder einige Anleger bei der BP Aktie. Sie steigt in Frankfurt um über sieben Prozent.
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