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19.04.2010 Gewinner und Verlierer der Aschewolke
13.04.2010 VW wächst in China um 60 Prozent
01.04.2010 Ölpreis in Ferienstimmung
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  • Daimlers neue Zahlen

    Dienstag, 20. April 2010 12:57:13, Florian von Hennet

     

    Die Daimler-Hauptversammlung ist noch keine ganze Woche her, da überrascht der Autokonzern die Finanzwelt mit frischen Zahlen. Offiziell wird das Ergebnis des ersten Quartals zwar erst am 27. April vorgelegt, doch gestern Abend, nach Börsenschluss, wagte sich Daimler mit der Veröffentlichung vorläufiger Zahlen nach draußen. Der Grund ist schnell gefunden: es sind ziemlich gute Zahlen.

    In den ersten drei Monaten des Jahres machte einen Vorsteuergewinn von fast 1,2 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres war ein Minus von 1,4 Milliarden entstanden. Allein die Merceds-Benz-Sparte trug dank hoher Verkaufszahlen mit über 800 Millionen Euro zu dem Zwischenergebnis bei.

    Die Börse reagiert auf die unerwarteten Daimler-Zahlen mit kräftigen Kursgewinnen. Um rund sieben Prozent steigt die Daimler-Aktie. Im Windschatten ziehen sie die Wertpapiere von BMW mit Plus 4 und die von Volkswagen mit plus 2 ½ Prozent hinterher. Da nicht nur der Verkauf in der Pkw-Sparte brummt, sondern offenbar auch das Lastwagengeschäft wieder besser läuft, steigen MAN-Aktien um über 1 Prozent. Was dem Hersteller hilft, kann für den Zulieferer nur gut sein, auch Continental-Aktien verbessern sich um 3 Prozent.

    Bei all der Freude über die beachtlichen Umsatz- und Gewinnsteigerungen, darf man sich über das Timing Daimlers wundern. Vor sechs Tagen hatte Vorstandschef Dieter Zetsche die diesjährigen Gewinne der Mercedes-Benz-Sparte mit über 1,5 Milliarden prognostiziert. Gestern Abend lag das obere Ende der konzerneigenen Erwartungen bei drei Milliarden Euro, also etwa doppelt so hoch.

    Entweder hatte Zetsche den internen Schätzungen nicht ganz über den Weg getraut und war deshalb lieber extrem zurückhaltend, oder Daimler hat wirklich erst in den vergangenen Tagen einen Überblick über die Ergebnisse des ersten Quartals erhalten. Das wiederum spräche nicht für eine kontinuierlich gut funktionierende Einnahme- und Ausgabe Kontrolle und die Anleger müssten fürchten, irgendwann einmal auf ähnliche Weise mit schlechten Nachrichten überrascht zu werden. Sei's drum. An der Börse wird heute erstmal gefeiert, dass es der Autobranche derzeit besser geht als erwartet.

  • Gewinner und Verlierer der Aschewolke

    Montag, 19. April 2010 12:35:27, Florian von Hennet

    Die großen Verlierer der Luftraumsperrung sind - logisch - die Fluggesellschaften. Die Aktien der Lufthansa geben heute über 5 Prozent ab. Ähnlich groß sind die Verluste bei Air Berlin. Den europäischen Konkurrenten geht es da nicht anders. British Airways geben in London fast vier Prozent ab, Air France-KLM stehen 5 ½ Prozent im Minus.

    Wo keiner startete und landet zahlt auch niemand Start- und Landegebühren. Der Flughafenbetreiber Fraport notierte zu Handelsbeginn über sechs Prozent im Minus. Die Aktie hat sich aber etwas erholen können und liegt jetzt nur noch rund zwei Prozent in der Verlustzone. Auch den Reiseveranstalter TUI kommt die Vulkanasche teuer zu stehen, 4 ½ Prozent gibt die Aktie ab.

    Doch es gibt nicht nur Verlierer. Der Eurotunnel unter dem Ärmelkanal ist derzeit eine gefragte Verbindung zwischen England und dem Kontinent. Die Aktie des der Eurotunnel Betreibergesellschaft steigt um fast drei Prozent. Neben Reisebusunternhmen gehört auch die Deutsche Bahn zu den Profiteuren des Flughafenchaos. Sie bat angesichts überfüllter Züge sogar darum, zum Wochenanfang nur unbedingt notwendige Zugreisen anzutreten.

    Direkt messbare Gewinne gibt es beim Autovermieter Sixt. Der hat nach eigenen Angaben europaweit bereits 2000 zusätzliche Fahrzeuge bereitgestellt. Die im SDax gelistete Aktie steigt um fast fünf Prozent. Die Versicherungswirtschaft wird von den wirtschaftlichen Schäden durch die Vulkanasche weitgehend verschont bleiben. Mittel- und Langfristig könnte sie aber durchaus profitieren. Schließlich bekommen die Fluggesellschaften gerade schmerzhaft zu spüren, wie teuer die Sperrung des Luftraums durch einen Vulkanausbruch sein kann.

    Bei der Münchner Rück hält man das Risiko für grundsätzlich versicherbar. Man möchte sich zwar nicht öffentlich als Krisengewinnler hinstellen, eine Chance für zusätzlichen Geschäft aber auch nicht bestreiten. Je nach dem wie lange die Luftraumsperrung anhält, könnte darunter auch die Konjunktur leiden.

    Zwar werden mengenmäßig etwa 98 Prozent der deutschen Exporte mit Schiff und LKW befördert, wertmäßig werden laut DIHK aber 35 bis 40 Prozent per Luftfracht transportiert. Und nicht alles, was jetzt liegen bleibe, könne später auch wieder aufgeholt werden.

  • VW wächst in China um 60 Prozent

    Dienstag, 13. April 2010 14:45:56, Florian von Hennet

    Als hierzulande die meisten noch glaubten, China sei das Land der Fahrradfahrer, verkaufte Volkswagen dort bereits tausende Autos. So wie der Trabbi in Dresden und Leipzig bis zur Wiedervereinigung das Straßenbild dominierte, war der VW Santana in Pekings und Shanghais Straßen fast allgegenwärtig.

    Wie wichtig China für Volkswagen ist und bleiben wird, zeigen aktuelle Verkaufszahlen aus dem Reich der Mitte. In den ersten drei Monaten des Jahres, verkaufte VW in China rund 460.000 Autos. Das sind 60 Prozent mehr, als im Vorjahreszeitraum. Dabei ist bereits 2009 ein gutes Jahr für VW in China gewesen, mit einem Wachstum um fast 37 Prozent.

    Zu verdanken hat Volkswagen diese Zahlen dem gigantischen chinesischen Konjunkturprogramm. Das sorgte dafür, dass China inzwischen die USA überholt hat und zum größten Automarkt der Welt aufgestiegen ist. Es hätte aber durchaus passieren können, dass der Autoboom in China ohne VW stattgefunden hätte.

    2005 steckte der Konzern in einer tiefen Krise und musste massiv Marktanteile an Konkurrenten aus China und Korea abgeben. Die hatten den Geschmack der Kunden deutlich besser getroffen, während bei VW zigtausend Wagen unverkauft blieben. Von dem Schock hat sich Volkswagen inzwischen erholt und expandiert wieder kräftig.

    Was auch dazu führt, dass die Aktionäre von dem boomenden Chinageschäft nur indirekt profitieren. Jeder Renminbi oder Euro der in China verdient wird, wandert direkt wieder vor Ort in den Ausbau der Kapazitäten. Eine Art China-Dividende gibt es daher nicht.

    Der Automobilanalyst Christoph Stürmer hält China nach wie vor für den spannensten Automarkt der Welt, zugleich aber auch für einer der riskantesten. Das Wohl und Wehe hänge direkt von der Politik ab. Die könne Kaufanreize genauso schnell streichen, wie sie sie einführe. Aber VW habe die Eigenheiten des chinesischen Marktes erkannt und mache sie sich zu Nutze. So wird die Konzernmarke Skoda in China nicht als die Billig-, sondern als Edelvariante eines VW verkauft.

  • Ölpreis in Ferienstimmung

    Donnerstag, 01. April 2010 14:51:23, Florian von Hennet

    Na typisch. Gründonnerstag, die Osterreisewelle ist im Anmarsch und was macht der Ölpreis? Na klar, er steigt auf den höchsten Wert seit 17 Monaten. Feines Futter für all die Verschwörungstheoretiker, die ohnehin davon ausgehen, dass die Ölkonzerne gemeinsame Sache machen und ihre Preis- und Gewinnstrategie am deutschen Ferienkalender ausrichten.

    Es liegen zwar keine belastbaren Umfragewerte vor, aber höchst wahrscheinlich weiß kaum ein Ölhändler an den Rohstoffmärkten, dass heute in Deutschland die große Reisewelle erwartet wird. Da gibt es ganz andere Daten, die man für den heutigen Preisanstieg auf 84 Dollar und 54 Cent pro Fass verantwortlich machen kann.

    Zum Beispiel Zahlen aus Asien. Demnach wächst die chinesische Industrieproduktion stärker als erwartet, in Japan schauen die großen Konzerne immer optimistischer in die Zukunft und Südkorea exportiert mehr, als Analysten vorhergesagt hatten. Wenn es also klare Zeichen für einen Aufschwung gibt, dann in Asien. Und das wirkt sich aktuell und auch in Zukunft auf auf die Ölnachfrage aus.

    Die internationale Energieagentur schätzt, dass sich bis 2030 der Ölverbrauch in China und Indien etwa verdoppeln wird. Im Gegensatz dazu wird die Nachfrage nach Öl aus den USA und vor allem aus Europa weiter sinken. Allerdings bei weitem nicht genug, um den erhöhten Benzindurst der Asiaten ausgleichen zu können.

    Erste Auswirkrunges dieses Trends zeigen sich schon jetzt. So klagen die Ölkonzerne in Europa über die schwache Auslastung ihrer Raffinerien. In Europa wird mehr Öl in Treibstoff umgewandelt, als benötigt wird. Bisher konnten die Überschüsse größtenteils in die USA geliefert werden. Aber auch dort wird nicht mehr gar so üppig getankt wie vor der Krise. Viele der in Europa zum Verkauf stehende Raffinerien finden daher keine Abnehmer und müssen stillgelegt werden. Das Geld für neue Anlagen wird lieber in Asien investiert.

    Wer weiter an eine Verschwörung der Ölkonzerne glauben will, muss sich nicht sonderlich umgewöhnen. Wenn in Zukunft die Preise an den Zapfsäulen plötzlich ansteigen, begründet man das dann eben nicht mehr mit dem Ferienbeginn in Deutschland, sondern mit irgendwelchen anstehenden Feiertagen in China oder Indien.

  • Daimler will sparsam bleiben

    Mittwoch, 31. März 2010 12:40:07, Florian von Hennet

    Folgt man alten Weisheiten, dann soll man aber nicht in der Not sparen, sondern schon vorher. Und genau das hat Daimler offenbar vor.

    Es ist ein anspruchsvolles Ziel, das sich die Konzernspitze gesetzt hat. Auch dieses Jahr und in den darauf folgenden soll die Kosten in ähnlicher Höhe gesenkt werden, wie im Krisenjahr 2009. Finanzvorstand Bodo Uebber sagte dem Handelsblatt, dass auch langfristig das Einsparvolumen auf dem Niveau von fünf Milliarden Euro gehalten werden soll. Das ist aber schwieriger, als es sich anhört.

    Im vergangenen Jahr konnte Daimler auch mit Hilfe sogenannter Einmaleffekte Kosten kürzen. Schließlich lassen sich Lohnerhöhungen nicht jedes Jahr verschieben und auch Kurzarbeit entlastet nur für einen begrenzten Zeitraum. Um das Einsparziel zu erreichen, muss Daimler daher tiefer und nachhaltiger an die Kostenstruktur.

    Wohin der Weg führen könnte, hat Uebber in dem Zeitungsinterview bereits angedeutet. Stichwort Modulstrategie. Alle Baureien des Konzerns sollen sich sogenannte Kernmodule teilen. Schließlich müssen Sitzgestelle, Lenksäulern, Spiegel und Türgriffe nicht für jeden Fahrzeugtyp neu erfunden werden. Wenn in mehr Modellen die gleichen Teile verbaut werden können, lassen sich die ntigen Komponenten billiger einkaufen, bzw, herstellen. Allein dadurch sollen sich laut Uebber 1,5 Milliarden Euro einsparen.

    Aber bei solchen Maßnahmen wird es wohl nicht bleiben. Wie Daimler auch an anderer Stelle auf die Kosten drückt, bekommen gerade die Mitarbeiter in Berlin zu spüren. Dort sitzen unter anderem die Daimler Financial Services und der Mercedes Benz Vertrieb Deutschland mit rund 2000 Mitarbeitern. Daimler soll mit einem Wegzug aus der Hauptstadt gedroht haben, falls die Gewerkschaften nicht zu Kostensenkungen bereits seinen.

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