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| 26.05.2010 | Schäuble spart |
| 25.05.2010 | Allianz der Verlierer |
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Karstadts bestmögliche Zukunft
Freitag, 28. Mai 2010 12:39:47, Florian von Hennet
Heute entscheidet sich wieder einmal, ob der Warenhauskonzern Karstadt eine Zukunft haben wird, oder nicht. Heute trifft sich der Gläubigerausschuss, also die Vertreter all derer, die noch auf unbezahlten Rechnungen Karstadts sitzen.
Drei Käufer wollen die Warenhauskette übernehmen, doch noch ist nicht klar, ob deren Bedingungen sinnvoll zu erfüllen sind. Seit zwölf Uhr legt der Investor Nicolas Berggruen sein Konzept vor. Anschließend ist wohl erst einmal eine Mittagspause eingeplant, denn erst um 14 Uhr wird ihm das Vermieterkosortium Highstreet folgen, bevor um 15 Uhr der deutsch-skandinavische Investor Triton seine Übernahmepläne erläutert.
All drei haben eins gemeinsam: sie sind nicht perfekt. Während die von Goldman-Sach angeführte Vermietergruppe Highstreet eine höhere Wochenarbeitszeit verlangt, will Triton die Arbeitsplatzgarantien aufweichen. Berggruen will zwar angeblich die Mitarbeiter zu keinen weiteren Zugeständnissen zwingen, verlangt dafür aber ein zusätzliches Entgegenkommen der Vermieter.
Viel Zeit für zusätzliche Verhandlungen bleibt nicht. Am Montag muss dem Essener Amtsgericht der Insolvenzplan zur Genehmigung vorgelegt werden. Und der Insolvenzplan sieht einen Käufer vor. Wenn es keinen gibt, folgt fast zwingend die Abwicklung. Dann wird alles zu Geld gemacht, was von Karstadt noch übrig ist und die Mitarbeiter müssen sich neue Arbeitsplätze suchen.
Trotz dieser düsteren Aussicht hat sich die Gewerkschaft Verdi bisher für einen harten Kurs entschlossen. Weitere Zugeständnisse soll es nicht geben, man sei nicht erpressbar. Aber auch für die Vermieter gibt es eine Schmerzgrenze, aber derer es sich nicht lohnt, den Konzern als Ganez zu erhalten. Schließlich würde sich für viele der Standorte auch andere Mieter finden lassen.
So gesehen ist es pure Marktwirtschaft, was sich sich heute in Essen abspielt. Entweder es gibt ein Ergebnis, dass nach derzeitigen Stand am Markt bestehen kann, oder eben nicht. Selbst die von den Kommunen erlassene Gewerbesteuer ist nicht als Eingriff in den Markt zu verstehen, da Karstadt ansonsten die Zugeständnisse seiner Gläubiger hätte versteuern müssen. Egal wie es ausgeht: man kann sich damit trösten, dass es besser nicht hätte ausgehen können!
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Banken-Privatisierung
Donnerstag, 27. Mai 2010 13:10:21, Florian von Hennet
Als im Zuge der Finanzmarktkrise einige Banken mit Milliarden Euro aus der Staatskasse geholfen wurde und einige sogar ganz oder teilweise verstaatlicht wurden, waren Steuerzahler und strenge Marktwirtschaftsprediger gleichermaßen entsetzt. „Milliarden für Banken aber kein Geld für Kindergärten“, so oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen. Aber, mit etwas Glück, könnte die Bankenrettung sogar noch ein Euro für Kindergärten einspringen.
Die Commerzbank gehört derzeit zu einem Viertel dem deutschen Staat - 25 Prozent plus eine Aktie um ganz genau zu sein. Dafür hatte der Staat der Bank insgesamt fast 20 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Von Anfang an war das Geschäft nur als Notlösung auf Zeit geplant. Fraglich war jedoch immer, ob und wie eine Trennung von Staat und Bank klappen könnte und wer am Ende draufzahlt.
Ein Beispiel aus Amerika lässt da durchaus Hoffnung auf ein gutes Ende aufkommen. Ähnlich wie die Bundesrepublik waren auch die Vereinigten Staaten einigen Banken zur Hilfe geeilt, so auch der Citigroup. Ingesamt hatten die USA Citi-Anteile im Wert von 45 Milliarden Dollar erworben. Der duchschnittliche Kaufpreis lag bei 3 Dollar 25. Da sich der Aktienkurs der Citigroup in den vergangenen Monaten deutlich erholt hatte, begann das amerikanische Finanzmisterium mit dem schrittweisen Verkauf der Anteile. Mit Erfolg.
Gestern Abend wurde gemeldet, dass 1,5 Milliarden Aktien für durchschnittlich 4 Dollar 13 verkauft wurden - was einem Gewinn von 27 Prozent gegenüber dem Kaufkurs entspricht. Es hätte wahrscheinlich sogar noch etwas mehr sein können, wenn der Verkaufsprozess nicht just in dem Moment in rollen gebracht wurde, als die Griechenlandkrise und damit erneute Sorgen um die Stabilität der Banken aufkamen. Aber das scheint derzeit nicht zu stören, das Verkaufsprogramm soll noch bis Ende Juni weitergehen.
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Schäuble spart
Mittwoch, 26. Mai 2010 12:55:26, Florian von Hennet
Der Bundesfinanzminister will Spekulanten das Leben erschweren. In ihnen sieht er eines der Hauptursachen der derzeitigen Krise. Egal ob Schäuble damit richtig liegt oder nicht: zu den Profiteuren der Krise gehören nicht nur Spekulanten sondern auch die Bundesrepublik Deutschland. Die spart nämlich ordentlich Geld.
Wer derzeit Geld sicher anlegen will, muss bescheiden sein. Deutsche Stattsanleihen werfen kaum noch Geld ab. Im Durchschnitt liegt deren Verzinsung derzeit bei 2,13 Prozent. Ein Rekordtief. Zu verdanken ist das vor allem der Eurokrise und den Sorgen um Griechenland, Spanien, Portugal und Italien.
Noch vor kurzem galt solche Staatsanleihen als halbwegs sicher. Es waren daher meistens nicht renditehungrie Spekulanten die in solche Wertpapiere investierten, sondern eher langfristig auf Sicherheit ausgelegte Investoren. Die müssen sich nun andere Unterbringungsmöglichkeiten für ihr Geld suchen. Erste Wahl sind dabei deutsche Staatsanleihen. Die erfreuen sich daher ganz besonderer Beliebtheit. Und wie immer bei einem begehrten, steigt der Preis. Bei Staatsanleihen bedeutet das, dass die Verzinsung sinkt.
Der Staat muss den Anlegern kaum noch Rendite bieten um seine Schuldentitel los zu werden. Allein die Sicherheit ist Verkaufsargument genug. Experten schätzen, dass die aktuelle Verzinsung für neu aufgelegte Staatsanleihen gut ein halbes Prozent tiefer liegt, als es der Haushalts- und Schuldenlage des Bundes eigentlich angemessen wäre. Aber unter Blinden gilt der Einäugige ja angeblich als König.
Das Handelsblatt hat einmal überschlagweise nachgerechnet, wie viel der Bund durch das extrem niedrige Zinsniveau einspart. Ergebnis. Bisher rund vier Milliarden Euro. Und schon gibt es in der Koalition Stimmen, die eine Veränderung des Emissionskalenders fordern. D.h. der Bund soll die Situation ausnutzen und ohnehin geplante Staatsanleihen früher als geplant verkaufen um sich so möglichst viel Geld möglichst billig leihen zu können. Noch soll Schäuble aber angeblich solchen spekulativen Bestrebungen widerstehen können.
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Allianz der Verlierer
Dienstag, 25. Mai 2010 12:38:04, Florian von Hennet
Wenn sich zwei Branchengrößen zusammentun und ihre Kräfte zu bündeln, dann jagt das den Konkurrenten normalerweise einen gehörigen Schrecken ein. Aber nicht immer.
Denn was Nokia und Yahoo! jetzt zusammen vor haben wollen, kann auch als verzweifelter Versuch in einem scheinbar aussichtslosen Kampf interpretiert werden. Nokia ist der weltgrößte Mobiltelefonhersteller. Zuletzt sanken die Marktanteile zwar leicht, mit gut 35 Prozent belegen die Finnen aber noch immer klar den Spitzenplatz.
Yahoo belegt im Suchmaschinenmarkt immerhin den zweiten Platz und sieht sich bei den Internetanwendungen auf Augenhöhe mit Google. Künftig wollen Nokia und Yahoo! kooperieren. In Geräte von Nokia werden E-Mail und Chatanwendungen von Yahoo! integriert, dafür kann Yahoo! auf das Karten- und Navigationsmaterial von Nokia zugreifen.
Die Finnen haben viel Geld investiert und unter anderem vor drei Jahren für über acht Milliarden Dollar den Kartendienst Navteq übernommen. Ein lukratives Geschäftsmodell fehlt aber bislang. Statt dessen haben sich Google und Apple im Markt für mobile Anwendungen und vor allem für mobile Werbung breit gemacht. Dem will Nokia nun entgegensteuern und mit Hilfe der von Yahoo! bereitgestellten Inhalte wieder mehr Aufmerksamkeit erregen.
Umgekehrt hofft nun Yahoo! mit Hilfe des Karten- und Navigationsmaterials von Nokia gegen den Konkurrenten Google antreten zu können. Das Ziel ist klar: Reichweite. Denn nur wenn man viele Kunden vorweisen kann, ist man für die Werbeindustrie interessant. Alles in allem ist das Zusammenrücken von Nokia und Yahoo! zwar beachtlich, ob es auch relevant ist, wird die Zukunft zeigen.
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Die Angst ist messbar
Freitag, 21. Mai 2010 12:53:31, Florian von Hennet
Wenn der Euro in die Knie geht oder Aktienkurse Achterbahn fahren, dann bekommen auch erfahrene Investoren Schwitzehändchen. Das würde sie natürlich niemals zugeben. Müssen sie auch gar nicht, denn die Angst der Anleger ist messbar.
An jedem Handelstag zwischen 8.50 und 17.30 Uhr berechnet die Deutsche Börse den VDAX New, den Volatilitätsindex, auch „Angstbarometer“ genannt. Er misst, mit welcher Schwankungsbreite die Anleger rechnen, wie weit also Optimisten und Pessimisten auseinanderliegen.
Gestern schoss der VDAX new auf dem höchsten Wert seit über einem Jahr und liegt derzeit nur etwas tiefer bei rund 40 Prozent. Das bedeutet, dass der Markt auf Sicht von 30 Tagen mit einer Schwankungsbreite von 40 Prozent für Dax-Aktien rechnet. Als normal gelten Werte von 15 bis 20 Prozent.
Nach den Ursachen für die gestiegene Nervosität der Anleger muss man nicht lange suchen. Die Zuversicht in die Konjunktur schwindet, die Euro-Krise ist alles andere als ausgestanden und zusätzlich sorgt auch noch die Politik mit halb-garen Reformkonzepten und aktionistischen Markteingriffen für Unruhe. Viele Anleger reagieren auf solch ein Getöse wie scheues Rehwild - machen sich auf und davon und suchen sich ein ruhigeres Plätzchen.
Das bietet, so zumindest die Hoffnung, Gold. Doch auch dort schwanken die Preise heftig in und her. Bei vielen Händlern sind obendrein die gängigsten Münzen und Barren teilweise vergriffen.
Für ein klein wenig Beruhigung auf dem Aktien- und Devisenmarkt konnte heute der Ifo-Geschäftsklimaindex sorgen. Der sank zwar leicht, sein weiterhin hohes Niveau lässt aber auf eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung hoffen. Auf den Dax wirkte sich das aber nur kurz in Form etwas geringer Verluste aus. Aktuell verliert aber schon wieder an Wert. Auch der Euro konnte sich heute nurkurz im Plus halten und notiert momentan leicht im Minus.


