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29.06.2010 Tesla geht an die Börse
24.06.2010 Fußball und Bier
23.06.2010 Fußball-Konjunktur
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  • Einer für alle, alle für einen

    Mittwoch, 30. Juni 2010 13:01:51, Florian von Hennet

     

    Ein Konzern wie BP mit seinen Milliardengewinnen kann sich sogar eine Katastrophe wie die im Golf von Mexiko leisten. Zumindest dann, wenn das Öl aus all den anderen funktionierenden Quellen weiter so hohe Preise erzielt und es zu vertretbaren Kosten aus dem Boden geholt werden kann. BP und die gesamte Ölbranche müssen damit rechnen, dass künftig schärfere Sicherheitsauflagen für Tiefseebohrungen gelten werden.

    Aber die Kosten für mehr Sicherheit sind halbwegs kalkulierbar. Die Kosten die entstehen, wenn dennoch etwas schief geht, hingegen nicht. Dieses Risiko könnte kleinere, technologisch innovative Ölfördergesellschaften aus dem Geschäft drängen, das befürchtet zumindest Christof Rühl, Chefökonom von BP, in einem Interview mit der Financial Times Deutschland. Er schlägt daher - sicher nicht ganz uneigennützig - eine Art Notfallfonds vor, an dem sich die gesamte Industrie beteiligen solle.

    Rühl hat auch gleich noch ein Argument parat, warum Tiefseebohrungen in Zukunft nicht zu unattraktiv gemacht werden dürften. Dann würden nämlich unter anderem die umstrittenen Ölsande in Kanada vermehr abgebaut. Diese Form der Ölgewinnung gilt als extrem ineffizient und umweltbelastend. Insgesamt geht der BP-Manager jedoch davon aus, dass die Kosten für Tiefseebohrungen in den Griff zu bekommen sind. Er vertraut auf den technologischen Fortschritt.

    Vertrauen haben offenbar auch wieder einige Anleger bei der BP Aktie. Sie steigt in Frankfurt um über sieben Prozent.

  • Tesla geht an die Börse

    Dienstag, 29. Juni 2010 12:51:01, Florian von Hennet

    Würden Sie einem Autobauer Geld geben, der mal gerade etwas mehr als 1000 Fahrzeuge verkauft hat, dabei 230 Millionen Dollar durchgebracht und seit seiner Gründung auch nicht ein einziges Quartal mit einem positiven Vorzeichen abgeschlossen hat? Wahrscheinlich nicht.

    Wenn dieser Autobauer aber Tesla heißt und mit dem ersten serienmäßige Elektorsportwagen für weltweites Aufsehen und Begeisterung gesorgt hat, sieht die Sache ganz anders aus.

    In wenigen Stunden wird Tesla Motors in New York an die Börse gehen. Es wird der erste Börsengang eines amerikanischen Autokonzerns seit Ford vor 54 Jahren sein. Ursprünglich wollte Tesla nur gut elf Millionen Aktien verkaufen und dafür 14 bis 16 Dollar pro Stück verlangen. Dank der regen Nachfrage konnte Tesla das Angebot auf 13,3 Millionen Aktien und den Preis auf 17 Dollar erhöhen.

    Mit den frischen 226 Millionen Dollar will das Unternehmen seinen nächsten großen Coup finanzieren. In zwei Jahren will Tesla eine viertürige Limousine mit ausschließlich elektrischem Antrieb serienmäßig anbieten. Rund 50.000 Dollar soll der sportliche Wagen kosten, halb so viel wie der mit einigen tausend Laptopakkus vollgepackte Zweisitzer, den Tesla derzeit verkauft. Von seinem Model S will Tesla ab 2012 jährlich 20.000 Stück produzieren. Ein ambitioniertes Ziel. Tesla hat bis jetzt noch nicht einmal eine Fabrik, um die Autos zu bauen und erst einen einzigen funktionstüchtigen Prototypen.

    Auch finanziell ist Tesla eher ein Desater. Als diese Rubrik vor elf Jahren begann, kam der Ausdruck „Cash burn Rate“ gerade in Mode. Internetunternehmen galten damals als besonders attraktiv, wenn es ihnen gelang möglichst viel Geld in möglichst kurzer Zeit durchzubringen. Tesla hat seit seiner Gründung nur Verluste gemacht und bereits mehr als 230 Millionen Dollar verbrannt.

    Kein Wunder, sein Gründer, der gebürtige Südafrikaner Elon Musk, hat schließlich als Internetunternehmer angefangen und ist unter anderem durch den Verkauf des von ihm mitgegründeten Internetbezahldienstes PaxPal reich geworden. Als Musk anfing, eine Elektroauto zu entwicklen haben ihn viele belächelt. Jetzt wird seine Firma von Branchengrößen Toyota und Daimler umschwärmt. Wer sein Geld in Tesla investiert, riskiert viel. Aber Risiken können sich auch bezahlt machen.

  • Fußball und Bier

    Donnerstag, 24. Juni 2010 13:13:30, Florian von Hennet

    Über das 1:0 gestern Abend freuten sich auch die deutschen Bierbrauer. Die haben seit Jahren mit geänderten Konsumgewohnheiten und sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen. Einen Lichtblick bildete das Jahr 2006.

    Dank der WM im eigenen Land und dem was seit dem als „Sommermärchen“ bezeichnet wird, konnten die deutschen Brauer damals 1,4 Prozent mehr Bier absetzen als im Vorjahr. Eine gute WM-Stimmung könnten auch eine kleine Brauerei aus Bayern gut gebrauchen, die noch rechtzeitig vor dem diesjährigen Finale will an die Börse gehen.

    Die Erstnotiz der Brauholding Bayern-Mitte AG ist für den 8. Juli geplant. Also genau ein Tag nach dem zweiten Halbfinalspiel und drei Tage vor dem Finale. Ob der Termin bewusst zur Unterstreichung der Nähe zwischen Bier und Fußball gewählt wurde, ist nicht bekannt. Die Brauholding Bayern-Mitte, kurz BHB, ist Alleineigentümerin der Ingolstädter Herrnbräu. Die ist seit 1882 im Geschäft und hat sich vor allem auf die Produktion von Weißbier spezialisiert.

    Zwischen dem 28. Juni und 5. Juli können interessierte Anleger Aktien der Brauholding Bayern-Mitte zeichnen. Der Emmissionspreis steht sogar schon fest: 2,80 Euro soll eine Aktie kosten. Selbst wenn er erfolgreich verläuft, wird es einer der kleinsten Börsengänge des Jahres werden. Nur knapp 4 ½ Millionen Euro will die BHB bei den Aktionären einsammeln. Die dazu nötigen 1,6 Millionen Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung, d.h. das Geld aus dem Börsengang kommt nicht den Altaktionären zu Gute, sondern wandert vollständig in die Unternehmenskasse. Der Stimmrechtsanteil der bisherigen Anteilseigner fällt auf unter 50 Prozent.

    Der Emissionserlös soll laut Unternehmensangaben unter anderem zur Reduzierung von Bankverbindlichkeiten genutzt werden und um die regional ausgerichtete Expansionsstrategie zu finanzieren. Zu der gehört, dass man nicht nur auf Bier, sondern auch alkoholfreie Erfrischungsgetränke setzt. Im ersten Quartal dieses Jahres lief es für die BHB besser als für den Rest der Braubranche. Während sich die deutschen Brauer im Schnitt über ein Wachstum um 1,1 Prozent freuen durften, stieg bei der BHB der Absatz um fast fünf Prozent.

    Der Börsengang der BHB ist zwar klein, wenn er gelingt, könnte er jedoch zum Vorbild für manch ein mittelständisches Unternehmen werden. Schließlich macht das Geld der Anleger die BHB künftig weitgehend unabhängig von Bankkrediten.

  • Fußball-Konjunktur

    Mittwoch, 23. Juni 2010 12:34:29, Florian von Hennet

    Haben Sie sich in den vergangenen Wochen einen neuen Fernseher gekauft? Wenn ja, dann haben wir auch Ihnen eine kleine Sonderkonjunktur. Die Gesellschaft für Konsumforschung hat ermittelt, dass allein in der letzten Maiwoche fast 60 Prozent mehr Flachbildfernseher verkauft wurden, als in der entsprechenden Vorjahreswoche. Die Fußballweltmeisterschaft sorgt so auch ökonomisch für einen willkommenen Ausgleich zur leidigen Sparpaket- und Eurokrisen-Diskussion.

    Wer die ganze Zeit nur Sparen, sparen, sparen hört, rechnet nicht mit einer Gehaltserhöhung. Das zeigt sich auch im aktuellen Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung, GfK. Bei der Befragung von 2000 Verbrauchern zeigte sich, dass die Einkommenserwartung deutlich gesunken ist. Der Index sank um über 15 Prozent. Viele Bürger gehen also davon aus, dass sie demnächst das Sparpaket im eigenen Portemonnaie zu spüren bekommen werden.

    Wer damit rechnet, bald weniger Geld zur Verfügung zu haben, tut sich normalerweise mit größeren Anschaffungen schwer. Normalerweise. Aber an der Stelle wirkt sich offenbar die Fußball-WM positiv auf das Kaufverhalten aus. Denn trotz sinkender Einkommenserwartung und einer anhaltenden Diskussion um eine möglicherweise bevorstehende Inflation steigt die von der GfK gemessene Anschaffungsneigung um über 12 Punkte auf 30,4 Zähler. Den höchsten Wert seit September vergangenen Jahres.

    Das die Werte für die Anschaffungsneigung just in zum Start der WM nach oben gehen, ist für die Konsumforscher ein Indiz, dass das Tamtam um König Fußball zumindest einigen Branchen eine Sonderkonjunktur verschafft. Unterm Strich bleibt das Konsumklima stabil. Dabei hilft auch, dass es nach wie vor ermutigende Nachrichten vom Arbeitsmarkt gibt und sich die Konjunkturaussichten tendenziell verbessern.

    So hat das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung heute seine Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,4 Prozent auf 1,9 Prozent angehoben. Angetrieben werde der Aufschwung demnach vor allem vom Export. Wir müssen also hoffen, dass die Sparprogramme im Rest der Welt, daran nicht all zu viel ändern.

  • Ballsaison

    Freitag, 18. Juni 2010 12:43:15, Florian von Hennet

    Alle vier Jahre wiederholt sich das gleiche Theater. Noch bevor die Fußballweltmeisterschaft anfängt, beginnt das Genörgel am Ball. Den Anfang machen meist Torwarte. Die klagen dann über ungewöhnliche Flugeigenschaften und tückische Oberflächen.

    Beim Jabulani war das dieses Jahr genauso wie 2006 bei seinem Vorgänger „Teamgeist“. Über die technischen Details und deren Auswirkungen lässt sich sicher prächtig diskutieren. Fakt ist aber, dass es für Profis völlig normal ist, sich auf unterschiedliche Bälle einzustellen.

    Wenn bisher ein Bundesligatrainer seine Mannschaft auf das nächste Auswärtsspiel vorbereitete, dann musste er nicht nur auf die aktuellen Taktik- und Aufstellungsvarianten des Gegners achten. Er muss auch schauen, mit was für einem Ball die andere Mannschaft spielt und seine Jungs mit dem jeweiligen Spielgerät übern lassen.

    Anders als in England, Frankreich oder Italien gibt es in Deutschland nämlich bisher keinen Einheitsball, sondern es wird immer mit dem Ball des jeweiligen Ausrüsters gespielt. Bei so manchem Bundesliga-Zeugwart lagern daher mehrere Hundert Bälle. Das wird sich in der kommenden Saison ändern. Dann spielen in der 1. und 2. Liga alle mit dem Adidas-Produkt „Torfabrik“.

    Der Name ist Programm und der Ball ist, bis auf das Design, der gleiche wie der Jablulani. Bis zur Saison 2013/2014 lässt sich Adidas die Exklusivität 20 Millionen Euro kosten. Aber heute werden alle Augen auf den Jabulani gerichtet sein - aber Adidas wird nicht der einzige deutsche Hersteller sein, der an dem Spiel beteiligt ist.

    Das Stadion in Port Elisabth wurde von dem hamburger Archiketurbüro Gerkan, Marg und Partner entworfen, dessen Außenbeleuchtung stammt von der Siemenstochter Osram und die MAN hat 110 Überlandbusse nach Südafrika geliefert.

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